rockaby

 

'rockaby' ist 1995/96 in enger Zusammenarbeit mit dem Posaunist Andrew Digby entstanden.

 

Das Stück entnimmt sein ganzes musikalisches Material zwei Takten aus der

'Danse de la fureur pour las sept trompetes' von Messiaens 'Quator pour la fin du temps',

die im Verlauf von 'rockaby' zitiert werden.

 

Im ersten Teil (vor dem Zitat) wird, rhythmisch gesehen, durch einen simplen arithmetischen Serialprozess

(Addition, bzw. Subtraktion eines minimalen Wertes, in diesem Fall die Sechszehntel) und, melodisch gesehen,

die Eigenschaften des Instrumentes nutzend, durch Glissandi (dessen Ausgangspunkt das eingestrichene F ist),

eine Annäherung zum Zitat versucht. Wenn einmal das Zitat erreicht ist, wird dessen zweiter Takt transponiert

um andere Tonhöhen zu bekommen. Da im zweiten Takt ein neuer, 'schnellerer' rhythmischer Wert erscheint

(die Zweiunddreißigstel), produziert sich eine Beschleunigung des rhythmischen Geschehens, die nur durch den

von mir einbezogenen rhythmischen Prozess, verlangsamt wird. Melodisch gesehen ist der zweite Teil des

Stückes ein ausgeschriebenes, langsames Glissando, das nur mit den physikalischen Grenzen des

Instrumentes, den Pedaltönen der Posaune, endet.

 

Der Name 'rockaby' ist das einzige Überbleibsel vom ursprünglichen Projekt, das gleichnamige

Stück von Samuel Beckett zu vertonen. 'more', vom Posaunisten ins Rohr gesprochen,

ist ein 'Leitmotiv' in Becketts Stück.

 

Es existieren zwei Fassungen von dem Stück: das Posaunensolo darf als selbständiges Stück

aufgeführt werden (Dauer: 5 Minuten), und eine Ensemblefassung, die eine Fortsetzung und

'Orchestrierung' des Posaunensolos darstellt.

'rockaby' wurde von Uwe Dierksen mit dem Ensemble Modern

(in der Fassung für solo Posaune und kleines Ensemble) beim

'Zweiten Nachwuchsforum für Junge Komponisten' 1997 in Frankfurt am Main uraufgeführt.

 

Uwe Dierksen, solo trombone

 

- full score of the Solo Version (4 pages) -

 

 

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© héctor moro